Brief an einen Freund.

02. Februar 2015

Hallo Harie, entdecke erst jetzt deine Antwort. Sorry, liege seit 2 Wochen mit einer Stirnhöhlenvereiterung im Bett und delierire mehr oder weniger wach vor mich hin.
Deshalb auch nur kurz:
Was mir SEHR suspekt, wenn nicht gar richtig gehend zuwider ist, wenn, wie z.B. in Griechenland, oder dieser Popp, dort Koalitionen oder gleiche „Schnittmengen“ beim vermeintlich politischen Gegner gesucht und geschmiedet werden. Links und Rechts IST ein no go! Ein Widerspruch in sich. Die Rechte: xenophob bis ins Mark, rassistisch, faschistisch,menschenfeindlich – Die Linke: „Völker aller Länder vereinigt euch!“ Für mich: kompletter Quatsch! Oder aber üblicher Beschiss am Wahlvieh.
Wenn also dieser Popp für ein Interview mit dieser braunen Tante Eva Hermann (Ex-Tagesschausprecherin und BRAUN as brown can be! – In diesem Fall ist natürlich Braun, die Steigerung von Schwarz.) auch gemeinsame (?) Schnittmengen sucht oder gar bereits gefunden hat, so gibt’s m.E. nur 2 Möglichkeiten: entweder er tarnt sich geschickt und ist ebenfalls „braun“, oder er spielt ein makabres Spiel, a la Syriza. Erschwerend kommt hinzu, dass das ganze bei „Russia Today“ „gefertigt“. Ein übleres, bildzeitungsniveauartigeres Hetz- und Einlull-Medium gibt’s kaum noch einmal – Tenor: der böse, imperiale Westen versus den guten, betrogenen aber schlagkräftigen Putin.
Und schon sind wir sowohl bei PUTIN, als auch beim Thema „Westen“ gelandet.
Keine Frage: dieser „Westen“ heißt USA. Dazu zählen dessen Vasallenstaaten, wie z.B. Deutschland.
Expansiv, aggressiv, korrupt, käuflich, intrigant, am Kapital orientiert, usw. usf. Dazu kommt, dass die wahren Rädelsführer dieses Systems in Wahrheit die Konzerne (Monsanto, z.B.) sind, Politiker zu 99% ihre gekauften Puppen und dass sie zum größten Teil das brainwashing selber produzieren, was sie uns täglich zu fressen geben (wollen) damit wir in ihrem Sinne funktionieren und am besten unser Maul halten und zu ihren (Schand)Taten schweigen. Kein Thema, soweit.
Aber: ist der „Osten“, Russland, im Grunde nicht GENAU SO, nur mit anderen Vorzeichen oder diametralem Ansatz? Ich meine JA!
Seit (spätestens) Ende des WK II gab es doch ausschließlich ein imposantes Wettrüsten zwischen den USA und der (damaligen) UDSSR. Das ging hinein bis zur Raumfahrt, über die Kubakrise, dem Eisernen Vorhang, dem Bau der Mauer und natürlich zahlreichen „Stellvertreterkriegen“ in Ländern, die herhalten mussten für das allseitig menschenverachtende Armdrücken dieser „Supermächte“.
(China war damals noch etwas außen vor – gegen selbige kämpften die Amis erst, als sie begannen sich in Vietnam einzumischten.)
Später kam Gorbatschow und dessen „Perestroika“ und „Glasnost“. Sukzessive fiel der Eiserne Vorhang und einige Länder begannen zu entscheiden, in welche Richtung sie sich politisch ausrichten wollten. Gleichzeitig forderte Gorbatschow, dass sich die NATO nicht nach Osten ausbreiten solle, was man (der „Westen“)ihm auch zusagte.
Heute sagt Putin (und Gorbatschow!), der Westen habe gelogen und betrogen, denn die NATO säße zwischenzeitlich direkt an Russlands Außengrenzen.
Was soll man dazu sagen? Man wird halt nass, wenn man sich badet!
Die seit Ende der 80er Neuen „freien“ Länder – das Baltikum: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechei, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, etc. (Ex-Jugoslawien teilweise), wählten/wünschten/bestimmten FREIWILLIG und selbstbestimmt, sich an einen WESTLICHEN politischen und wirtschaftlichen Standard aufzubauen, der letztlich in die EU führte.
Ich glaube kaum, dass sie irgendjemand dazu gezwungen oder „verführt“ hat. Das waren souveräne Entscheidungen. Entscheidungen, die Herrn Putin natürlich mißfallen.
Weiter wollten und wollen diese Länder Schutz und Gewährleistung ihres inneren Friedens und Wahrung ihrer Souveränität von ihrer neuen „Heimat“ Europa – hierin begründet sich der Wunsch, diese Bedürfnisse durch den Schutz der NATO innerhalb ihrer Grenzen gesichert zu wissen.
Warum wohl? Weil sie Putin nicht vertrauen! Ich sage „Putin“, nicht „Russland“!
Und Putins Handeln der letzten Monate gibt ihnen m.E. nach begründet Recht: Annexion der Krim, angezettelter Krieg in der Ostukraine durch SEINE – russischen! – Soldaten, die er und demzufolge sie sich selber „Separatisten“ nennen, um den Anschein zu wahren, es handelte sich durchweg um russische Ukrainer, die „Heim ins Reich (Großrussland)“ wollen.
Diese Sachverhalte – und es gibt weitaus mehr – dürfen durchaus als „wahr“ betrachtet werden.
Presse. Wie ich oben schon sagte, „brauchen“ wir unser tägliches brainwashing von „Die Fau im Spiegel“, über die „Bunte“, „Das Dschungelcamp“, „Wer wird Millionär“, „Schlag den Raab“, bis hin zur Tagesschau, sonst funktioniert der Kapitalismus nur schlecht und halbherzig. Oder schleppend: zu wenig Absatz, beispielsweise. Das wissen wir.
Aber was wir auch wissen, ist, dass es, wenn auch wenig, so etwas wie den „investigativen“ Journalismus (und dessen Derivate: evtl. „Charlie Hebdo“. Vielleicht die „Taz“ u.a.) gibt. Die Spreu vom Weizen zu trennen, ist natürlich unglaublich schwierig. Aber es gibt ihn! Gottlob!
Und es gibt (im Westen!) Kritik, Hinterfragen und Recherche. Wulff hat das zu spüren bekommen, Maschmeyer, Schröder, Rister, Barschel, Möllemann, Nixon, Strauss-Kahn… und noch andere mehr. Lange noch nicht genug, aber immerhin!
Ich glaube nicht – bezogen auf Russland – , dass dort nur annähernd unter dem diktatorisch, manipulativen „Souverän“ Putin, so etwas möglich ist. Im Gegenteil! Journalisten werden umgebracht, Kritiker verschwinden in irgend einen namenlosen Gulag, öffentliche Proteste und Demos werden im Keim erstickt … und, und, und.
So gesehen, kann ich die ehemaligen Ostblockländer gut verstehen, wenn sie sich „westlich“ orientieren. Dies schmälert natürlich in keinster Weise die Kritik an diesem, vermeintlich „freiheitlichen“, „demokratischen“ (Lachanfall!) System.

Ich glaube, man sollte prinzipiell gegenüber JEDEM System kritisch sein, denn wo es (viele) Menschen gibt, gibt es natürlich viele (verschiedene) Begehrlichkeiten. Und nicht überall gelten die Regeln eines lebensbejahenden, fairen, aufgeklärten Humanismus. Deshalb muss man IMMER und ÜBERALL GENAU hinsehen.

Alles Gute und vielleicht bis bald!

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